Reifendruck und Spritverbrauch: Wie viel kostet zu wenig Luft?
Mehr Verbrauch, schnellerer Verschleiß und weniger Sicherheitsreserve: Ein zu niedriger Reifendruck ist ein vermeidbarer Kostenfaktor. Der ADAC nennt in einer Presseinformation von April 2026 einen möglichen Mehrverbrauch von bis zu 0,3 Litern je 100 Kilometer. Das ist kein fester Wert für jedes Auto, zeigt aber, warum sich die regelmäßige Kontrolle lohnt.
Warum kostet zu wenig Reifendruck Sprit?
Ein Reifen mit zu wenig Luft verformt sich beim Abrollen stärker. Dafür benötigt das Fahrzeug zusätzliche Energie: Der Rollwiderstand steigt. Beim Verbrenner kann dadurch mehr Kraftstoff, beim Elektroauto mehr Strom nötig werden. Gleichzeitig können sich die Reifen stärker erwärmen und schneller abnutzen. Besonders auf langen Strecken addiert sich ein kleiner Mehrverbrauch.
Eine Einordnung: Würde ein Auto über 15.000 Kilometer dauerhaft exakt 0,3 Liter pro 100 Kilometer zusätzlich benötigen, wären das rechnerisch 45 Liter im Jahr. Der tatsächliche Wert hängt jedoch unter anderem von Fahrzeug, Reifen, Abweichung vom Solldruck, Fahrweise und Strecke ab. Der ADAC-Wert beschreibt eine mögliche Größenordnung, keine garantierte Einsparung.
Den richtigen Wert am Fahrzeug ablesen
Den passenden Druck gibt der Fahrzeughersteller vor. Die Tabelle sitzt häufig an der B-Säule der Fahrertür, im Türrahmen oder innen an der Tankklappe. Auch die Betriebsanleitung nennt die Werte. Oft unterscheiden sie sich für Vorder- und Hinterachse sowie für normale und volle Beladung. Unsere ausführliche Anleitung zeigt, wo Sie die Reifendruckangabe finden und wie Sie richtig messen.
Messen Sie möglichst vor der Fahrt an kalten Reifen. Kontrollieren Sie alle vier Räder etwa alle zwei Wochen und zusätzlich vor der Urlaubsfahrt. Bei viel Gepäck ist der Herstellerwert für volle Beladung wichtig. Eine Reifendruckwarnung im Cockpit ersetzt die manuelle Kontrolle nicht vollständig.
Ist mehr Druck immer sparsamer?
Nein. Ein ausdrücklich ausgewiesener Eco-Wert in der Fahrzeugtabelle kann für bestimmte Fahrbedingungen sinnvoll sein. Auf Verdacht stark über den empfohlenen Bereich hinaus aufzupumpen, ist keine gute Sparstrategie: Zu hoher Druck kann Komfort, Reifenverschleiß und Haftung beeinträchtigen. Maßgeblich sind die Vorgaben für Fahrzeug, Reifengröße und Beladung.
Wer über einen neuen Reifensatz nachdenkt, sollte zusätzlich auf Rollwiderstand, Nasshaftung und unabhängige Tests achten. Wie das zusammenspielt, erklären wir im ADAC Sommerreifentest 2026.
Quellen: ADAC-Presse, 24.04.2026; GTÜ: Verbrauch von Kraftstoff oder Strom, 2026. Beispielrechnung der Redaktion. Stand: September 2026.
